Zwischenstopp in München
Zwischen Lohnchaos und Oktoberfest


O'zapt is! Auf geht's auf d'Wiesn!

O’zapt is! Auf geht’s auf d’Wiesn!

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt … Ich hatte mir fest vorgenommen, nicht in meine E-Mails zu sehen, aber dann konnte ich es doch nicht lassen. Der erste Schock mit rund 840 unbearbeiteten E-Mails war schon ein kleiner „Erholungsrückschlag“. Schlimmer war die Erkenntnis: Es hilft nichts, langsam bricht alles in der Abteilung zusammen und die ersten Kollegen haben mich schon persönlich angeschrieben, weil ihre Lohnabrechnung gleich mehrere Fehler enthielt.

Es war zugegeben blauäugig, anzunehmen, dass „das schon irgendwie gehen würde“. Und natürlich kann man sich auch nicht von heute auf morgen das komplette Fachwissen aneignen oder einfach irgendjemandem die Lohnabrechnung in die Hand drücken. Entsprechend packte ich schweren Herzenz meinen Koffer und flog nach München zurück, um ein wenig Ordnung zu schaffen.

Auf dem Flughafen habe ich noch Rescue Tropfen (Bachblüten) besorgt und auf gings in die Papierberge (meine Spontan-Vertretung ist der König der Post-Its). Nachdem mir bei den Softwareupdates, Briefen, dem heidlosen Durcheinander von Zeiterfassungszetteln und Nachrichten von diversten Ämtern gleich das eine oder andere Haar spontan ergraute, ist nun nach drei Wochen soweit wieder alles im Lot (hoffe ich). Und erschreckenderweise bin ich schon wieder mitten im Alltagstrott. Abgesehen davon war es toll, wieder ein bisschen Zeit daheim zu haben, richtiges Vollkornbrot zu essen (warum gibt es das nur in Deutschland, kann mir das mal einer erklären?!) – und natürlich hat sich Bruno fast überschlagen beim Wiedersehen.

Am letzten Arbeitstag, bevor ich mein Sabbatical fortsetzte, hatte ich noch ein ernstes Gespräch mit meinem Chef – denn wenn ich mir hier schon den Aufwand mache und alle möglichen Tipps festhalte die mir so begegnen, dann gilt die Ausrede „es gibt ja Wichtigeres“ nicht – schließlich können wir nicht auf ewig so weiter machen wie jetzt und ob ich immer da sein werde, um alle Brände zu löschen, ist auch fraglich. Entsprechend werden wir uns nun intensiver mit dem Thema Lohnoutsourcing befassen, da er nun gesehen hat, was für ein aufwendiger Zeitfresser Payroll ist.

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Schottenhammel Bierkutsche Oktoberfest

Aber genug von der Arbeit, glücklicherweise kam ich ja gerade zur besten Jahreszeit nach München: rechtzeitig zum Oktoberfest! Meine Schwester und ihre zwei Kinder besuchten uns spontan ein verlängertes Wochenende und Dienstag Nachmittag ging es auf die Wiesn zum Familientag – da sind alle Fahrgeschäfte günstiger und ich habe auch das Gefühl, die meisten halten sich mit dem Bierkonsum ein wenig mehr zurück. Wir kramten unsere Dirndl und Buxn raus, flochten uns gegenseitig Frisuren, aßen viel zu viel gebrannte Nüsse, am Ende war Birgits kleinem Sohn von den vielen Loopings wieder schlecht und ich war heiser vom Anfeuern im Teufelsrad. Also alles wie immer. Nur die Oide Wiesn kam mir dieses Jahr ein wenig voller vor als sonst, aber wir hatten jede Menge Spaß und der Hit „Atemlos durch die Nacht“ geht mir inzwischen schlimm auf den Keks.

Natürlich blieb das nicht mein einziger Wiesnbesuch dieses Jahr – aber nun muss ich langsam Schluss machen und die ganzen Klamotten, die ich ausgeräumt hatte, nun frischgewaschen wieder zusammensortieren, eine Extrarunde mit Bruno gehen um den Abschied ein bisschen zu entschuldigen und dann geht die Reise schon wieder weiter. Und diesmal wird es wieder exotischer: Es geht nach Südafrika (danke für die Hilfe bei der Entscheidungsfindung)! Die Flüge zu meinen Freunden nach Kapstadt sind gebucht und sobald möglich berichte ich.

Perfekt organisierte Grüße von Eurer Rosi