Surfin U.S.A.
Trip entlang der Westküste


Natur pur an der Westküste

Natur pur an der Westküste

Nach einer Woche New York reichte es mir mit dem wilden Großstadtleben und ich sehnte mich von Herzen nach ein wenig Natur, die über den Central Park hinausgeht. Also über Beziehungen fix einen bezahlbaren SUV am anderen Ende der USA gemietet, einmal quer durchs Land geflogen und los ging es einmal die Westküste entlang.

Caesar's Palace - mein Hotelerlebnis in Las Vegas

Caesar’s Palace – mein Hotelerlebnis in Las Vegas

Eine Übernachtung im Caesar’s Palace in Las Vegas bewies: In der Stadt der Sünde kann man wirklich bei jeder Gelegenheit spielen, auch beim Frühstück am Tisch. Und wer sich an der riesigen Poolanlage entspannen möchte, muss damit leben, dass ständig Brautpaare mit ihrer Gefolgschaft an einem vorbeihuschen. Wirkt die Stadt tagsüber eher trist, so war es fantastisch, abends den Strip entlang zu laufen. Das Lichter- und besonders das Wasserspiel vorm Bellagio Hotel ist einzigartig, Musik und Wassershow sind perfekt aufeinander abgestimmt – ein bisschen echtes Gänsehautfeeling in dieser erschreckenden Scheinwelt.

Genug gestädtelt, raus geht’s in die Natur! Östlich vom begrünten Las Vegas musste ich erstmal die Wüste durchqueren bis zum nächsten grünen Ziel, dem Grand Canyon Nationalpark. Temperaturen um die 40 Grad sind hier normal – aber in einem klimatisierten Auto gut zu ertragen. Ich fasse mich kurz: Der Grand Canyon ist gigantisch. Die ganze Zeit auf der Fahrt zum Nationalpark breitete sich eine unendliche Ebene vor mir aus, nur gelegentlich hebte sich ein kleiner Hügel und bis zum Parkplatz des Grand Canyon konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wo der Canyon jetzt sein soll. Trotz der heißen Temperaturen entschied ich mich gegen die Bustour und für eine Wanderung – die Hauptstrecke ist nur etwa 7 km lang. Dort waren fast nur Deutsche unterwegs, da sich die meisten amerikanischen Touristen entsprechend den Vorurteilen mit dem Bus von einer Station zur anderen fahren lassen, kurz aussteigen, fotografieren und wieder einsteigen.

Wie es der Zufall so wollte: Während ich gemütlich vor mich hinwanderte, traf ich auf eine Gruppe Deutsche und wir kamen natürlich ins Gespräch. Sie erklärten mich für völlig verrückt, dass ich einfach von jetzt auf gleich meine Personalabteilung „im Stich“ lasse – aber einer der Mitwanderer hatte kürzlich einen sehr interessanten Artikel zum Thema Lohnoutsourcing gelesen und mir gleich den Titel aufgeschrieben: „Lohnabrechnung outsourcen? So finden Sie den perfekten Lohnservice!“

So verging die Wanderung wie im Fluge und plötzlich stand ich vor einem wahnsinnigen Naturschauspiel und war einfach nur überwältigt. In die Tiefe schneidet sich eine Schlucht von unvorstellbarer Größe. Neben der immensen Weite der Schlucht begeisterten mich die verschiedenen Farbspiele der Gesteine. Leider wurde es gegen Mittag noch heißer und ich holte mir prompt einen Sonnenbrand. Gemütlich zurückgewandert – und nach kurzem Zwischenstopp mitten im Nirgendwo ging es weiter in das Tal des Todes …

Der Death Valley - der trockenste Nationalpark in den USA

Der Death Valley – der trockenste Nationalpark in den USA

Ich gebe zu: auf der Fahrt hatte ich am meisten Angst vor einer Autopanne, bei der Benzin oder Wasser ausgehen. Das Death Valley bietet die typischen ausgetrockneten Salzwasserfelder und das Farbschauspiel der Artist’s Palette (eine Gesteinsformation, die von Natur aus unterschiedliche Farben aufweist, basierend auf Mineralien). Ich war überrascht, wie viele Büsche dann doch das Braun, Grau, Grün und Rot der Landschaft auflockerten. Die Grüntöne der Landschaft kommen übrigens durch oxidiertes Kupfer, wobei man bis heute noch keine Kupfervorkommen ausfindig machen konnte und eigentlich überhaupt nicht weiß, warum es in Death Valley aussieht, wie es dort eben aussieht. Nun wurde es Zeit für die „echte“ Westküste mit Meer, Palmen und endlich Sand unter den Füßen.

Das Must-See in Hollywood...

Das Must-See in Hollywood…

Los Angeles als Stadt bot sich für einen Tagesbesuch an. Der Walk of Fame entpuppte sich als normaler Bürgersteig, auf dem ein paar Sterne verlegt sind. Die Promiviertel können per Auto abgefahren werden, aber das ist definitiv nicht mein Ding. Madame Tussaud ist natürlich einen Besuch wert, wo man sich mit den wächsernen Stars fotografieren lassen kann. Mir war nie bewusst, wie klein und dünn die Sternchen tatsächlich alle sind. Nach dem Tagestrip fuhr ich weiter Richtung Norden, passierte Mailibu und genoss es, dass die Vegetation wieder etwas grüner und die Temperaturen wieder angenehmer wurden. An einem Strand badeten plötzlich hunderte Seeelefanten in der Sonne – aus dem Nichts heraus.

Natürlich wollte ich unbedingt auch den Yosemite National Park sehen, wobei ich gleich am Eingang fast wieder auf dem Absatz Kehrt gemacht hätte, als ich mit der Warnung konfrontiert wurde, dass man auf Bären treffen kann. Will ich das wirklich, vor allem ohne geruchssicheren Behälter für mein Essen? Aber man ist ja nicht alle Tage hier, also sammelte ich meinen Mut und ging die Mist Trail, die angeblich (!) entspanntere Variante um zum Ziel zu kommen. Reiter mit Pferden kamen mir zwischendurch auf dem engen Pfad entgegen und ich fühlte mich eins mit der Natur. Je höher ich kam, umso mehr sah ich von den ersten Felsformationen, aber der fantastische, 435 Meter hohe Wasserfall „Nevada Fall“ toppte einfach alles und war den steilen, holprigen Auf- und Abstieg allemal wert!

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Mein letzter Stopp in den USA: San Francisco

Nach gut 3 Wochen ordne ich nun in San Francisco meine Gedanken und nutze natürlich die Möglichkeit, Euch von einem Internetcafé am westlichsten Punkt der Welt aus auf dem Laufenden zu halten (in mein E-Mail-Postfach sehe ich gar nicht erst hinein, schließlich ist diese Reise auch dafür da, ein wenig Abstand zu gewinnen). Eine Radtour habe ich schon hinter mir, bei der auf dem letzten Hügel zwischen den Bäumen und Wolken schließlich die Golden Gate Bridge auftauchte. Fast immer in Wolken gehüllt, funkelte das Rot der Brücke in ihrem eigenen Licht. Ich liebe es!

Nun werde ich hier noch ein paar Tage die Seele baumeln lassen und mich dann zum nächsten Ziel aufmachen, für das ihr abgestimmt habt: Südafrika!

Burgerübersättigte Grüße von Eurer Rosi

 

Reisetipps

  • Los Angeles ist zwar berühmt, aber m. E. eher berüchtigt – fand ich nicht sonderlich lohnenswert.
  • Red Woods habe ich in den Nationalparks leider nicht gesehen – das muss ich nachholen!
  • Zarteres Fleisch als die Baby Pork Ribs nahe Los Angeles habe ich in meinem Leben noch nie gegessen …
  • Yosemite Nationalpark und Grand Canyon sollten bei einer Westküsten-Tour in keinem, und ich meine: in GAR keinem Fall!, ausgelassen werden
  • Grand Canyon Nationalpark: der Skywalk ist eine große Glasplattform, bei der man in die Schlucht vom Grand Canyon schauen kann – leider völlig überteuert. Deshalb fuhr ich etwas weiter bis zum Hauptpunkt des Grand Canyon zu fahren. Übernachtungen sind im Nationalpark möglich, aber SEHR langfristig vorher ausgebucht. Daher mein Tipp: besser in Flagstaff übernachten – ein sehr authentisches Städtchen ca. 1 h vom Grand Canyon entfernt. Dort gibt es ein super Frühstück bei Macy’s European Coffee House – selbstgemachtes Müsli, selbst gerösteter Kaffee etc.