Ankunft im Nebel: Peking
Mauern, Skorpione, Pläne und mehr


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Die Chinesische Mauer – das längste Bauwerk der Welt

Von der schwimmenden Stadt bin ich direkt ans andere Ende der Welt geflogen und befinde mich nun mitten in der chinesischen Hauptstadt! Eine Woche habe ich geplant, um die Stadt in Ruhe zu durchstreifen.

Das wahrscheinlich einprägsamste Phänomen hier ist der „Nebel“, der mal mehr, mal weniger die umliegenden Berge und Hochhäuser von der Bildfläche entfernt. (Wobei sich viele Bewohner aus gegebenem Anlass mit Mundbedeckungen gegen den „Nebel“ schützen.) Er ist allgegenwärtig und für einen Europäer wie mich einerseits befremdlich, aber auch faszinierend. So geht es mir hier mit so vielem.

Die Stadt selbst erschlägt im ersten Moment. Also bin ich alles in Ruhe angegangen und habe mir am ersten Tag einfach nur einen der vielen schönen Parks ausgesucht, mich in die Sonne gesetzt und den Trubel um mich herum angeschaut. Wozu die Kleinkinder hier eine Öffnung am Hosenboden haben, erläutere ich jetzt nicht – auch wenn es mir dort live an einem Mülleimer vorgeführt wurde und nachhaltig Eindruck hinterlassen hat. Bei meiner Rückkehr ins Büro glaubt mir das kein Mensch, da bin ich mir sicher.

Den heutigen Tag habe ich im strahlenden Sonnenschein mit einem ausgiebigen Ausflug an die chinesische Mauer verbracht. Ich bin dafür sehr früh aufgestanden und hatte so ein wenig Ruhe bei der Besichtigung. Das war wirklich ein Erlebnis für sich und ich genoss den Weitblick in vollen Zügen. Übrigens stimmt die Urban Legend gar nicht, dass das chinesische Wahrzeichen vom Mond aus zu sehen wäre. Man lernt nie aus. Übrigens: Da ich dringend ein bisschen Bewegung brauchte, nahm ich – wie schon beim Eiffelturm – den Weg über die Treppen.

Peking

Kleine Zwischenmahlzeit zwischendurch auf einem Markt in Peking

Auf halber Strecke holte gerade ein junger Herr aus einer deutschen Touri-Truppe Luft und wir kamen ins Gespräch. Amüsanterweise ist er bei einem kleinen Unternehmen für Personal- und Lohnangelegenheiten zuständig. Die Welt ist einfach ein Dorf! „Und wie die jungen Leute heute so sind“, hatte er gleich einen Tipp für mich zu einem kostenlosen Outsourcing-Webinar (das ist ein virtuelles Kurztraining im Internet, wie er mir erklärte). Das habe ich mir direkt notiert und bei meiner Rückkehr in den Notizen auf der rechten Seite gespeichert. Verrückt: Da steht man auf einem jahrtausendealten Gemäuer und bekommt hochtechnologische Tipps. Das ist einfach unheimlich bezeichnend für Peking.

Nach dem Ausflug machte ich mir einen Sightseeing-Plan für die nächsten Tage, schlenderte durch die Hutongs und einen Markt, gruselte mich vor wackelnden Skorpionen am Spieß und fischte in einem leckeren Hot Pot nach verlorengegangenem Gemüse. Aber nun bin ich hundemüde und freue mich schon darauf, ab morgen die verbotene Stadt, den Kaiserpalast, den Lamatempel und all die anderen tollen Plätze in Peking in Augenschein zu nehmen. Tipps folgen danach. Gute Nacht!

Schlagartig jetlag gebeutelte Grüße von Eurer Rosi